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Misery Signals - Controller

Misery Signals - Controller

Rise Records

Damn! Auch wenn Cookerchen mit dem berechtigten Einwand, aus Kritiken die persönliche Meinung weitgehend herauszuhalten, um die Ecke kam, so kann ich bei dieser Platte nicht anders. Möge er mir verzeihen, aber mit ihrer neuen Scheibe "Controller" haben sie sich selbst übertroffen.
Die Zutaten dafür sind eigentlich ganz einfach. Man nehme ihr ernormes Potential, Devin Townsend als Produzenten (mit dem sie auch schon die letzten beiden Platten "Of Malice And The Magnum Heart" und "Mirrors" aufgenommen haben) und quadriert einfach alles, womit sie schon bei den letzten Outputs ihre Fans zu Lobhuldigungen erster Sahne animiert haben. Dabei entsteht ein Album, bei dem ich mich kategorisch weigere, es in (Musik-) Schubladen zu stecken. Denn im Grunde ist "Controller" eine Mélange aus den verschiedensten Stilen moderner, harter Musik. Natürlich steckt viel Metalcore in Ihnen, sie aber nur darauf zu reduzieren, würde den Jungs aus Milwaukee nicht gerecht werden.
Schon der erste Song "Nothing" macht klar, dass es sich hier um eine wirkliche Ausnahmeband handelt. Es werden alle für sie bekannten Trademarks zelebriert (Progressive Elemente ohne Melodien zu vernachlässigen), ohne sich sich selbst zu kopieren.
Karl Schubach schlägt mit seiner gewaltigen Stimme jetzt tiefere Töne an und büßt damit in keinster Weise an Aggressivität ein. Stellenweise erinnert er mich sogar an den Sänger von Hate Eternal, Eric Rutan (den nach meiner Meinung aggressivsten Sänger im Death Metal), nur nicht ganz so tief. Aber nicht erschrecken Leute - Misery Signals machen keinen Death Metal auch wenn die Göteburger Schule an manchen Stellen rausblitzt, wie bei "Nothing". Jüngere Hörer würde ich hier wohl eher auf Darkest Hour verweisen aber auch die sind ohne Zweifel dem melodischen Schwedentod à la Dark Tanquillity oder At The Gates nicht abgeneigt. Einen anderen erheblichen Einfluß hat auch der kanadische Produzent Devin Townsend (u.a. Soilwork, Strapping Young Lad etc.) gehabt, was sich in Form von schönem Gesang manifestiert.
Checkt mal die Songs "A Certain Death" und "Ebb And Flow" aus. Einfach der Hammer! Irgendwie fällt es mir unglaublich schwer, hier einzelne Songs rauszupicken, da wirklich alle gut sind. Vielleicht auch weil das Quintett ein bestimmtes Konzept verfolgt - sie lassen alle Songs ineinander übergehen.
Also. Jeder, der harte Musik, gepaart mit Shoegazer ähnlichen, noisigen aber wunderschönen Melodien und sehr geilen Keybordteppichen (danke Devin!!) mag, die in Punkto Groove, Härte und Sound (der mal sowas von fett geworden ist) keine Konkurrenz zu fürchten brauchen, ist hier an der richtigen Stelle. Selber schuld, wenn man diesem, ja fast schon Meilenstein, kein Ohr schenkt. Ihr werdet belohnt.Sicher.
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Kommentare

sascha hat geschrieben:

Sehr cool, Basti! Das Review ist gut. Da gibt es auch nichts zu meckern. Nur die Einleitung liegt mir etwas schwer im Magen. Ein Review, man nennt es auch Plattenkritik oder Rezension, ist immer subjektiv und so muss es auch sein.

Cookerchen hat geschrieben:

Meinungen werden zunächst aufgrund von soliden Informationen, fachlichem Wissen und persönlicher Erfahrung gebildet. Wobei der persönliche Geschmack und die eigenen Vorlieben nicht den Hauptteil der Information bilden sollen, damit es nicht zu einer Verfremdung der zugrunde liegenden Informationen führt (z.B. Stille Post). Jeder soll seine eigenen Erfahrungen und Vorlieben beisteuern und diese kenntlich machen. Jedoch trägt dies nur zum Teil der Gesamtinformation bei. Quelle: Einführung in die Kommunikationswissenschaft: Grundlagen der Meinungsbildung ISBN:3894735929 von Klaus Merten und diverse eingestufte Arbeiten des BMVg. (basierend auf Informationen, Erfahrungen und Wissen!) Ansonsten finde ich persönlich das Review auch toll und würde die Platte gern hören, wenn sie denn am 22. Juli erscheinen wird ;-)

sascha hat geschrieben:

Dass jeder sich letztendlich seine eigene Meinung bilden muss ist klar. Darüber muss man nicht diskutieren. Deine Ausführung hat mit einem Review leider überhaupt nichts zu tun. Kritik ist die Kunst der Infragestellung. Enno Patalas, ein berühmter deutscher Filmkritiker, sagte einmal: "je radikaler Kritik subjektiv ist, desto mehr objektiv könnte sie werden". Das würde ich sofort unterschreiben. Freie Assoziation und Subjektivismus sind zentrale Bestandteile einer kritischen Auseinandersetzung.

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