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Alias Caylon - Follow The Feeder

Alias Caylon - Follow The Feeder

Rookie Records (Cargo Records)

Das Angebot an frei erhältlicher Musik ist durch das World Wide Web schier unerschöpflich geworden. Im Zeitalter von Cubase & Co. ist so gut wie jeder in der Lage eigene Songs aufzunehmen und sich auf Internetplattformen wie last.fm einzureihen. Ob gut oder schlecht spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass es möglich ist und die eigene Band ist ja sowieso die Beste. Doch ist bekanntermaßen noch kein Meister vom Himmel gefallen und gute Songs sind meiner Meinung nach mehr als nur die Summe der Einzelteile. Für den interessierten Musikhörer ist es heutzutage umso wichtiger in Ruhe die Ohren zu spitzen, damit die Glanzlichter nicht im Einheitsbrei untergehen. Ich habe dazu noch das Glück Tipps von geschätzten Kollegen zu bekommen, die einer Band wie ALIAS CAYLON die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen.
Die vier Jungs aus Flensburg schufen mit ihrem zweiten Studio-Album zehn starke Songs, die auch nach mehrmaligem Durchlauf für kurze Weile sorgen. Es handelt sich um eine abwechslungsreiche Mischung aus Rock, Emo und Post-Hardcore, die ein bemerkenswert warmer und druckvoller Sound auszeichnet.
„Follow the Feeder“ ist ein stimmiges Gesamtwerk, dass nicht zwischen Tür und Angel entstanden ist. Man hat sich dafür nach der Veröffentlichung des Debütalbums "Resorbimg Everything" 2005 drei Jahre Zeit gelassen. Die Aufnahmen entstanden teils im Bandeigenen Tonstudio, teils im Hamburger Tonhotel mit Produzent Udo Böckmann, der bereits Bands wie FOTOS oder SPORT produzierte.
Auffällig ist die Reife mit der Songs und Sound daherkommen. Nach etwas Recherche wurde mir klar, woher das kommt. Seit 2001 sind ALIAS CAYLON in der Urbesetzung zusammen. Zuvor haben Sänger/Gitarrist Thays Duschl und Bassist Rainer Thieme etliche Jahre mit "Bad Habits“ (Lost and Found), sowie Drummer Jan Dünne und Gitarrist Fin Wiese mit "Ed Random“, die Bühnen bespielt. Ein Weiteres tut viel Live-Erfahrung dazu, denn mit namhaften Bands, wie den Spermbirds, 3 Colours Red, Waterdown oder Fire In The Attic zu spielen ist bestes Training.
Das ALIAS CAYLON ursprünglich aus der Punkrock-Ecke kommen, hört man in den Songs "High Time“ oder "Copy Paste Sold Out“, die schwer nach vorne gehen. Sänger Thays verschafft sich dabei mit Sozialkritik und Protest Gehör. Andres verhält es sich mit "Seven / Eight“, "When Worlds Collide“ und "Repeat Offenders“, denn hier groovt es gewaltig! Diese Songs sind absolut tanzbar und schaurig schöne Harmonien sorgen für Gänsehaut bei Ohrwurmgefahr. Hier passt der Vergleich mit Bands wie Sparta, Ash oder Monochrome. Exotische Takte im 5/4- oder 9/4-Schema sorgen genauso wie der unverwechselbare Gesang für eine individuelle Note. In "Stand By Mode“ und "Ocean Ocean“ schlagen sie mit einer Extraportion Melancholie die Brücke zum Emo.
Mein Fazit: Absolut empfehlenswert, da es mich berührt und viel Spaß macht.
VÖ: 27.02.2009
Bandwebsite: www.aliascaylon.de

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