Crystal Antlers - Tentacles
Touch & Go
Schwer vorzustellen, dass diese Band ausgerechnet aus dem sonnigen Long Beach, Kalifornien kommt. Ihre Musik klingt so als wäre sie unter Presswehen irgendwann in den 60ern in einer alten, rostigen Wellblechgarage in der Nähe von Detroit zur Welt gekommen. Dieser herrlich dreckige Bastard aus Psych, Garage, Rock, Lo-Fi, Noise und ein Dutzend anderer Stile ist weit ab von irgendwelchen Trends.
Ganz spurlos sind die Crystal Antlers an der Musikpresse natürlich nicht vorbei gekommen. Dafür war ihre erste EP auch einfach zu gut. Dementsprechend wurden 2008 fleißig Bestenlistenplätze gesammelt. Genau dort soll nun Tentacles weitermachen.
Musikalisch ändert sich auch nicht viel. Sexual Chocolate (aka Kevin Stuart) transpiriert über den Drums, die Gitarren zirpen wie kurz vor dem Orgasmus, die Orgel dreht uns rostige Schrauben in die Wall of Sound, während die kehlige Stimme von Jonny Bell unverständlich über den Weltuntergang halluziniert.
Das Tempo ist wie gewohnt hoch, die Songs zum Teil sehr kurz. Dadurch verliert man als Hörer an manchen Stellen etwas den Zugang. Die undurchdringliche Wall Of Sound wird dann schnell mal ziemlich anstrengend. Mit dem fantastischen Andrew und dem dröhnenden Instrumental Vapor Trail gibt es aber zum Glück eine kurze, aber ganz wunderbar getimte Verschnaufpause.
Der richtige Ausbruch kommt allerdings erst ganz am Schluss. Wenn das genial rauschhafte Several Tongues inklusive Saxophon Solo meine Ohren durch die letzten sieben Minuten des Albums jagt, träume ich längst von den fantastischen Live-Qualitäten dieser Band. Tolle Band, tolles Debüt!






![Nihiling - m[e]iosis](http://www.audioase.de/images/covers/nihiling-meiosis_klein.jpg)
















