Dredg - The Pariah, The Parrot, The Delusion
Vertigo Be (Universal)
Überraschung! 4 Jahre sind seit dem letzten Studioalbum vergangen und das Warten war lang. Jetzt sind Dredg zurück - mit einem Album, das nur wenige so erwartet hätten. Das zentrale Thema, an dem sich die Geister sicherlich scheiden werden, ist der über die gesamte Spielzeit gesehen hohe "Pop-Faktor" der Platte. Ist das hier der Schritt einer in den Anfangsjahren noch sehr progressiven Band in Richtung Radio? Die Frage kann eindeutig mit "Ja" beantwortet werden.
Allerdings kann man der Band als Fan der ersten Stunde keinen Vorwurf machen. Denn bei aller Radiokompatibilität haben sich Dredg ihren künstlerischen Anspruch bewahrt und können zweifelsohne weiterhin als Ausnahme-Band gehandelt werden - nur eben mit neuer ungewohnter Tanzbarkeit und einem Sound, der sie einer noch breiteren Hörerschaft zugänglich macht.
Angeführt von Kinderstimmen holt einen der Opener "Pariah" mit einem fetten Groove quasi an der Türe ab und führt ein in die Dredg-Welt des Jahres 2009.
Hier wird stoisch gegrooved, nach vorne gerockt und der Sound ist gewaltig! Was die Harmonien und Melodien betrifft, so sind diese die Konstante im Dredg-Kosmos. Schon zu "El Cielo"-Zeiten wusste die Band und speziell Sänger Gavin Hayes, einen mit mächtigen Refrains mitzureißen und zu begeistern. Und auch auf der neuen Scheibe mangelt es eindeutig nicht an tollen Melodiebögen.
Etwas sorgt auf den ersten Blick für Verwunderung, die beachtliche Anzahl von 18 Songs auf dem Longplayer. Aufgelöst wird dies durch eingestreute kurze Zwischenspiele, die dem Konzept eines Pop-Albums einen Strich durch die Rechnung machen. Sie sorgen auf subtile Weise für Verwirrung und geben dem Werk eine individuelle künstlerische Note, weg von der Ein Hit jagt den Anderen Gewohnheit.
Für die altbewährte Dredg-Energie sorgen vor Allem die instrumentalen Parts. Sie kommen mit einer unglaublichen Wucht um die Ecke und auch stiltechnisch wissen diese kürzeren Sequenzen am Meisten zu überraschen, da sie häufig richtig tanzbar sind. Hierfür ist Hauptsächlich Drummer Dino Campanella mit geradezu minimalistisch, trockenen, treibenden Grooves verantwortlich. An dieser Stelle sei der auffällig lebendige, Drumsound erwähnt, der für diese Art von Produktion untypisch im Vordergrund steht. Was den Gesamtklang des Albums angeht, so saß hier Matt Radosevich an den Reglern. Ein Mann, der es versteht einen kompakten und druckvollen Sound aus einer Band herauszuholen. Grundvoraussetzung hierfür ist zweifelsohne die herausragende Leistung der Band-Mitglieder an ihren Instrumenten. Inzwischen hört man Dredg die jahrelange Erfahrung deutlich an. Es klingt vom ersten bis zum letzten Ton routiniert und durchgestylt.
Hier schließt sich schließlich der Kreis und langjährige Fans der Band haben sicherlich etwas anderes erwartet und dennoch handelt es sich um ein Album, das im Gesamten gesehen einfach gut und stimmig ist. Trotzdem wird diese Meinung nicht jeder teilen.
Schuld daran ist dann wohl der Pop
sascha hat geschrieben:
Ein Gast namens Jens hat geschrieben:
Ein Gast namens Boogie hat geschrieben:






![Nihiling - m[e]iosis](http://www.audioase.de/images/covers/nihiling-meiosis_klein.jpg)
















