On Top Of The Avalanche - EP 2009
Ich beginne mit der These "Musikmachen ist, sein Innerstes nach außen zu kehren, um diejenigen zu berühren die sich öffnen, um berührt zu werden." Jetzt kommt bestimmt der Spruch "Musik macht man in erster Linie für sich selbst und falls es jemanden interessiert, so ist es schön, aber nicht essentiell." Sind wir mal ehrlich, Musik ist dazu da, um sie mit anderen zu teilen. Ich spreche nicht von kommerziellen Unternehmungen, in denen versucht wird wegen des Profits eine möglichst breite Masse anzusprechen. Falls Du ein A&R Manager eines Major Labels oder ähnliches sein solltest, so verlasse bitte diese Seite umgehend - hier ist der Ausgang.
Es stellt sich die Frage: In welchem Bezug steht meine These und das was hier geschrieben steht? Ich verrate es euch: Angesprochen sind diejenigen, die Neues entdecken wollen, ungeachtet vom Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad, denn On Top Of The Avalanche ist nicht bekannt, da brandneu! Die Gleichnamige 6-Track EP ist das Debüt eines jungen Trios aus Herrenberg/Böblingen, die Einzug halten darf in die heilige Reviews-Datenbank von AUDIOASE. Es ist nicht nur eine Floskel, vielmehr bitterer Ernst - Leute, diese Songs können was. Es handelt sich hierbei nicht um eine Schülerbandformation auf Musikvereinniveau, die sich zum Biertrinken trifft und nebenbei etwas rumklimpert!
Eben aus diesem Grund verwende ich meine knapp bemessene und kostbare Zeit um euch dieses Werk vorzustellen. Hinzu kommt, dass sich bisher kein Label für Promotion und Vertrieb finden ließ. Wie denn auch, denn dies ist das allererste Review dieser EP im großen weiten Netz, oder liege ich da etwa falsch? Wenn das nicht Grund genug ist um Abhilfe zu schaffen und ganz nebenbei fühle ich mich geehrt der Erste sein zu dürfen.
Zunächst möchte ich On Top Of The Avalanche in die Sparte "progressiver Post-Hardcore" einordnen um zielgruppengerecht niemanden irre zu führen. Spontan fallen mir Bands wie The Fall of Troy, Thrice aus der Zeit von Vheissu oder From Monument To Masses ein.
Der Vergleich mit derart namhaften Bands weckt einige Erwartungen an den Sound. Ja, der ist Fett und rockt ordentlich. Drum-Recordings und das Mastering wurden in den SIE Studios gemacht und der Rest von der Band selbst. Ein Vergleich mit großen Studio-Produktionen wäre ungerecht, dennoch haben die Jungs die Produktion richtig gut hinbekommen - mein Respekt als Tonmann.
Und das Songwriting ist alles andere als eintönig. Man hat sich verschiedener Komponenten bedient, die das Arrangement vielseitig und einfallsreich ausfallen lassen. Mathias Bloech paart harte Gitarrenriffs mit sphärischen Cleanparts die durch mannigfaltigen Effekteinsatz ihren Weg direkt zum Herz des Melodramatikers finden. Entspannter Gesang fliest gefällig dahin, doch dieser Zustand hält nicht lange an. Schon kommt das nächste Gitarrenbrett mit ordentlichem Geschrei obendrauf um die Ecke und bläst den Seelenfrieden davon.
Die Jungs machen dem Begriff "progressiv" mit der Formel "Schräger Kram gefolgt von eingängigen Refrains" alle Ehre. Dabei wechselt Drummer Marius Bornmann die Taktschemata wie ein Depressiver seine Stimmung. Ein Part jagt den anderen und ganz wichtig, der Groove bleibt nicht auf der Strecke. Scheinbar unscheinbar arbeitet Bassist Dani Weber am Fundament und verschreibt sich ganz den Songs ohne groß aufzufallen. Meiner Meinung nach sind das die besten Bassisten! Um auch ihm gerecht zu werden, schaue man sich nur mal seine imposanten Bassspielkünste auf seiner MySpace-Seite an. Unter uns gesagt, manchmal schießen die Jungs ein wenig über das Ziel hinaus. Hier und dort wird noch ein Takt eingeschmuggelt, was den Fluss etwas stocken lässt.
War das etwa schon alles? Nein, es gibt noch mehr, denn neben Gangshouts und einem kurzen Ausflug ins funkige, sind die Songs von diversen elektronischen Spielereien gespickt. Song Nr. 3 "At The Break Of Day" ist in diesem Zusammenhang besonders erwähnenswert. Er beginnt mit einer Nachrichtenmoderation von Peter Finch als "Howard Beale", aus dem Film "Network 1976". Darin geht es um den unmenschlichen medialen Wahnsinn getrieben von Einsachaltquoten. Als ich dies herausfand, musste ich mir die englischen Texte von Mathias etwas genauer ansehen. Erschrocken stellte ich fest, dass hier Persönliches in harten Worten preisgegeben wird und sich somit meine These, zu Beginn genannt, bewarheitet.
Drei Songs der EP gibt es in voller Länge auf www.myspace.com/ontopoftheavalanche.
Wer ein Exemplar sein eigen nenne möchte, so schreibe er eine E-Mail an otota@gmx.de
Ein Gast namens robi hat geschrieben:
Ein Gast namens Jansen hat geschrieben:






![Nihiling - m[e]iosis](http://www.audioase.de/images/covers/nihiling-meiosis_klein.jpg)















