Emil Bulls - Phoenix
Drakkar (Sony Music)
Wer hätte gedacht, dass mich diese Band überhaupt noch einmal dazu bringt, lobende Worte über sie zu verlieren. Die Emil Bulls reihten sich vor knapp 10 Jahren noch erfrischend in die New Metal-Welle ein und stellten damit einen ernstzunehmenden deutschen Vertreter dieses Genres dar.
Was folgte, waren leider nicht allzu überzeugende Versuche an die Anfangstage anzuknüpfen. Zumindest bei mir stießen die zwischenzeitlichen Veröffentlichungen nur auf wenig Begeisterung. So belächelte ich im ersten Moment die Tatsache, dass auch noch im Jahre 2009 ein weiterer Angriff der Band gestartet wurde.
Gut, bereits das letzte Album "The Black Path" war ein Schritt in die richtige Richtung - doch jetzt ist "Phoenix" (wie aus der Asche) da
! Und nach mehrfachem Hören muss ich sagen: RESPEKT, Jungens! Die neuen Songs haben eine für mich unerwartete Energie und vor allem Nachhaltigkeit. Die Refrains setzen sich im Ohr fest und reißen einen über nahezu die gesamte Albumlänge mit.
Wirklich neu ist das nicht, was aus den Boxen dringt: fette Gitarren und melodische Refrains, das gab es alles schon
auch bei den Bulls.
Ob nun die Band tatsächlich einen Schritt nach vorne gemacht hat oder ob es die Tatsache ist, die letzten Jahre ein wenig Abstand zu den bayrischen Buben gehabt zu haben, kann ich nicht eindeutig sagen. Doch es funktioniert!
Erfreulich ist, dass die aktuellen Wutausbrüche und Melodien von Frontmann Christoph von Freydorf und der deutlich metallastigere Gesamtsound der Band eine unglaubliche Wucht haben. Möglicherweise sind es gerade diese deutlicheren Ausflüge Richtung Metal, die den Emil Bulls-Sound im Vergleich zu früher bereichern. Der Gesang von Christoph scheint über die Jahre facettenreicher geworden zu sein. Von stellenweise fast schon niedlich klingenden Strophen-Part bis hin zur Kreisch-Attacke ist hier alles dabei. Das Ganze wird unterstützt von fetten Riffs, Doublebass-Salven und vereinzelten Gitarren-Soli. Das ist zwar nicht neu oder großartig virtuos und doch authentisch und ernstzunehmend.
Die amtliche Produktion und der dicke Gesamtklang tun ihr Übriges.
Vielleicht lässt sich der aktuelle Emil Bulls-Sound am Ehesten als eine Art "Crossover" aus aktuellem Rock- bzw. Metal-Sound mit den bekannten Stärken der Band beschreiben.
So erlangen Emil Bulls für mich wieder ein großes Stück Ernsthaftigkeit zurück - was ich persönlich nicht mehr für möglich gehalten hätte. Man kann über die Bayern sagen, was man will - das hier sind Wut, Energie und Gefühle vereint zu einem rockenden und schiebenden Album.
Phoenix macht Spaß!
Emil Bulls auf MySpace www.myspace.com/emilbulls
Bandhomepage: emilbulls.com






![Nihiling - m[e]iosis](http://www.audioase.de/images/covers/nihiling-meiosis_klein.jpg)
















