Balmorhea - River Arms
Western Vinyl
Balmorhea ist ein verschlafenes Kaff irgendwo im Nichts von Texas. Zu den 527 Einwohnern zählen die vier Mitglieder der gleichnamigen Band nicht. Die nicht weit davon entspringende größte Naturquelle Texas war für Gründungsmitglied Rob Lowe und seine Eltern ein in den Jugendjahren oft angesteuertes Ferienziel. Wenn man sich die Musik so anhört, hätte man sich wohl keinen besseren Namen aussuchen können.
"River Arms" macht da weiter, wo das Debüt "Balmorhea" nie drohte aufzuhören. Instrumentalmusik wie man sie so nicht mehr gewöhnt ist. Kein Gedröhne, keine Verzerrung, kein Delay, kein Tremolo, kein Hall, kein Schlagzeug, kein Bass. Die rein akustischen Klänge von Gitarre und/oder Klavier legen sich wie frische Luft über die in unseren Ohren immer noch qualmenden Effektgeräte anderer Instrumentalbands. Mit Explosions in the Sky hat das nichts zu tun, eher mit Rachel's, Set Fire To Flames oder Max Richter.
Es passiert einem nicht oft, dass einen Musik dazu bewegt, einfach mal mit allem was man vorher so getan hat, aufzuhören. Man denkt nach und bekommt Lust ein Buch zu schreiben oder beginnt zu träumen.
Der Opener "San Solomon" lenkt unsere Träume zu Beginn auf die im See spielenden Kinder. In "Greyish Tapering Ash" ziehen wir, in Pferdekutschen sitzend, an verschneiten Gebirgszügen vorbei. Wenig später schenkt uns die überarbeitete Version von "Beleen morning" den erhofft schönen Sonnenaufgang. Während wir uns in "Context" noch durch die Hintertür in eine Opernhalle schleichen, beginnt es draußen wieder zu schneien. Ehe die Reise weiter geht, reiben wir uns alle noch schnell den Schlaf aus den Augen. Es wäre schade auch nur eine in Musik gegossene Kopfkinolandschaft zu verpassen. So ziehen wir weiter bis uns die Reise wieder an den Ausgangspunkt zurückversetzt. An einen Ort, der erst durch diese wunderbare Reise wieder zu einem Zuhause geworden ist. Grandiose Platte.






![Nihiling - m[e]iosis](http://www.audioase.de/images/covers/nihiling-meiosis_klein.jpg)
















