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Monochrome - Cache

Monochrome - Cache

Stickman Records

In großen Lettern steht der Titel "CACHE" auf dem Cover des neuen MONOCHROME Albums. Der Songtitel "Times New Romance" lässt vermuten, dass hier Wert auf Text gelegt wird und das Artwork bedient sich auffallend der Typografie. Mit dem ersten Song "Talking in Headlines - von Fall zu Fall" wird deutlich: Dieser Band ging es stets um Inhalt und die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft. Ich unterstelle, dass leider den meisten der Elan fehlt die Texte zu studieren und sich mit dem Background einer Band zu beschäftigen. Zum Glück hat CACHE für alle eine wunderbare Vielfalt an Klangbildern, harmonischen Anomalien und arhythmisch tanztauglichen Gebilden zu bieten. Dies scheint ein sinnvoller Spagat zu sein, zwischen sich Respekt beim anspruchsvollen Hörer zu verschaffen und das Herz des gemeinen Publikums zu erobern. Vielleicht ließe sich der Eine oder Andere zum Musik-braucht-Inhalt-Hörer bekehren doch dafür vermisse ich die Songtexte im CD-Karton und im Internet lässt ich auch nichts auftreiben.
Zurück zum Thema, wer verbirgt sich hinter dieser janusköpfigen Formation?
Bemerkenswert ist, dass eine Band im Kern über fast zwei Jahrzehnte und Landesgrenzen hinweg Bestehen kann. Helmut Pfohl Gitarre, Marc Calmbach Gesang und Dominik Thomann Bass leben MONOCHROME, indem sie mit jeder Veröffentlichung den roten Faden weiterspinnen. Nach der Philosophie von DIY (Do it yourself) erschufen sie eine eigene Identität und halten diese bis heute aufrecht, ohne der Versuchung zu widerstehen dem bewährten Weg des Funktionierens zu verfallen. Sie sind der Hardcore Bewegung entsprungen, setzen stets auf Unabhängigkeit von der Musikindustrie, durch Veröffentlichungen auf Indiependentlabels, lassen sich im Stil, Sound und Texten nicht bestechen und sind mit der aktuellen Scheibe CACHE ein gutes Stück reifer geworden. Die erste Zwiebelschicht um den Kern bilden Kate Complikate Gesang - nur ein Wortspiel, oder eine Anspielung auf das komplizierte Wesen der Frau? Chris Specker Schlagzeug - der Mann der einen guten Job am Set macht, und Marten Thielges Gitarre, der seine Gitarrenamps selbst baut und trotz langjährigen Informatikstudium in seinem Tonstudio der großindustriellen Karriere den Rücken kehrt.
Auf jedem MONOCHROME Album sorgen Gastmusiker für eine erfrischende musikalische Vielfalt CACHE birgt die Stimme von Miss Kenichi, bereits zu hören auf dem Vorgänger éclat, elektronische Einwürfe von Frank Wildermuth und herrlich songdienlich Bassklarinette und Sopran Saxophon von Ekkehard Rössle. Die Musiker selbst sind nichts ohne einen Produzenten, der Musiker und Platte auf den Kurs bringt. Für einen natürlichen Sound sorgten Hahn und Hahn vom Easy Life Chart Hits Studio. Besonders der eine der Hahns, Thomas, war unterstützend instrumental am Werk, was ich latent rauszuhören meine.
Wer MONOCHROME mit dieser Scheibe zum ersten Mal hört, könnte meinen eine junge neue Band zu hören, die völlig unverdorben einen eigenen Stil hervorbringt. Weit gefehlt! Doch wie schaffen sie es nach jahrelanger Muckerei förmlich vor frischen Ideen zu strotzen? Genauer gesagt handelt es sich hierbei um eine Mischung aus groovigem Pop-Rock, gespickt mit Ecken und Kannten des Independentgenres. Die Songs sind vielfältig und facettereich mit besonderem Wert auf geschmeidigen Vintagesound. Der Garant dafür ist die Verwendung von Marken wie Ludwig, Rickenbacker, Fender, Gretsch oder Orange. Digitaler Schickschnack findet bis auf die Elektronik als Instrument keine Verwendung. Den Widererkennungswert von MONOCHROME schafft der kurzweilige Gesang. Kate gibt, melodisch grazil anmutend Marc, in einer Art von Sprechgesang ähnelnd, im Wechsel die Hand. Keine Angst, mit HipHop hat das nichts zu tun!
Die Songs fallen insgesamt in gewohnter Manier rockig aus. Aus der Reihe tanzen "Les Pantalons Heavy Metal", ein kurzer smoother Easy Listeing Song mit jazziger Harmonie und geschmackvoll eingesetzten Bläsersatz. Darauf folgt in einem geschmeidigen Rumba-Disco-Beat-Konstrukt "Motif". Der dritte im Bunde ist "Knack", ein Elektro-Analog-Mix der durchaus der guten Kylie sitzen würde. Ein weiterer Ausreißer ist "Stem". Hierbei handelt es sich um ein kurzes Pop-Intermezzo unterstützt durch Klavier und Akustikgitarre, das mich durch den einfühlsamen Gesang von Kate zum Träumen bringt.
Zwölf Songs haben MONOCHROME insgesamt in einer gut funktionierenden Dramaturgie zu bieten. Die Hits sind zwischen den oben genannten Sonderlingen optimal platziert. Meine persönlichen sind "Times New Romance", "Parallax" und "High Five".
Fazit: CACHE ist das Highlight der MONOCHROME Diskographie. Nach dem 27. Durchgang verliert das Gesamtwerk in keiner Weise seinen Zauber. Im Gegenteil, es klettert meine persönlichen Albumcharts rasant nach oben!
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